Mord und Literatur sind ihr Hobby

Sie haben alle drei etwas "Vernünftiges" gelernt, stehen in Beruf
und Familie ihre "Frau" und frönen seit vielen Jahren rein zufällig
einem gemeinsamen Hobby: Ursula Gassler, Gabriele Kühner und Audry
Wagner-Morales. Sie schreiben Kurzgeschichten unterschiedlichen
Genres - auch Krimis. Von Letzteren gab's auf Einladung der
Gemeindebücherei Kostproben an einem ebenso spannenden wie
unterhaltsamen Abend.
Die drei Autorinnen, die vor etlichen Jahren in Fernstudien der
Belletristik ihr Hobby auf eine fundierte Basis gestellt haben,
zitierten aus ihren verblüffenden Geschichten vor rund vier Dutzend
Zuhörenden in der Luise-Saint-André-Stube des Königsbacher
Hausfrauenvereins. Eine Besucherzahl, die Bücherei-Leiterin Inge
Pflüger begeisterte. "Für eine Veranstaltung der Bücherei ist das
genial", so die Diplom-Bibliothekarin.
Für Gabriele Kühner und Uschi Gassler
hat vieles 2009 mit "Krimizeit", einem Autorenwettbewerb begonnen,
wo sie ihre ersten Kurzkrimis veröffentlicht haben. Heute sind die
beiden, ebenso wie Audry Wagner-Morales, beim "Autorenforum
Phoenix" aktiv und haben mit weiteren Kollegen im vergangenen Juni
die Anthologie "Phoenixzeit" veröffentlicht.
In Uschi Gasslers Kurzkrimi "Tod im Gewächshaus" wurde eine
eifersüchtige Ehefrau zur Mörderin an der Rivalin - nicht am
Ehemann, wie man vermuten könnte. Die Autorin schreibt gerne
Spannendes, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommen soll. Gerade
hat die Bankangestellte ihren ersten Psychothriller fertiggestellt,
für den sie noch einen Verlag sucht. Festlegen auf Krimi,
Science-Fiction oder Humorvolles will sich Uschi Gassler nicht,
denn "ich experimentiere noch", sagt sie.
Maschinenbauingenieurin Gabriele Kühner hat bereits vor 13 Jahren
in Fachzeitschriften und Fachbüchern zum Thema Umweltmanagement
veröffentlicht und schließlich vor einigen Jahren damit angefangen,
Erlebnisse mit ihrem Sohn aufzuschreiben. "Das war mein Einstieg in
Belletristik. Seither schreibe ich vor allem gerne Krimis,
Kurzgeschichten und Lebensberichte wie zum Beispiel von meiner Oma
zum 100. Geburtstag." Sie las aus ihrem Kurzkrimi "Ein Gefühl von
Mord", der von sexuellem Missbrauch in einer Klosterschule handelt,
vom Selbstmord des Opfers und der Rache der Geschwister.
Audry
Wagner-Morales hat auf ihrem Weg nach Königsbach von ihrer
Geburtsstadt San Juan in Puerto Rico bereits eine eigene spannende
Geschichte hinter sich gebracht. Sie schrieb mit elf Jahren ihren
ersten Roman und wollte schon damals Schriftstellerin werden.
Gedichte, Kurzgeschichten, ein Theaterstück folgten, bevor sie
ihren Master machte und Übersetzerin für Englisch und Spanisch
wurde. Sie schreibt Artikel für Frauenzeitschriften in den
genannten Sprachen. In Deutsch sind es Kurzgeschichten mit
unterschiedlichsten Themen, meist Beziehungsgeschichten, und jetzt
ein Roman.
In ihrem Kurzkrimi "Tabu" spielte ein unterdrückter Mann die
Hauptrolle, der seine Frau im Traum umbringt, um anschließend
festzustellen, dass es tatsächlich passiert ist. Ein Traum von
Audry Wagner-Morales das Schreiben betreffend wäre, "irgendwann mal
davon leben zu können."
Ulrike Faulhaber
Mit freundlicher Genehmigung des "Pforzheimer
Kuriers".
"Lebensspiegelungen"
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Veranstaltungsflyer
zur Lesung am 16.06.2012
Wasser zu Wasser
Manche Worte werden zu Tränen
Sie füllen den Ozean
Wasser zu Wasser - Salz zu Salz
Gegen das Tosen der Brandung
Habe ich meinen Schmerz hinaus gebrüllt.
Der Wind hat die Worte gepackt
In alle Richtungen verweht.
Dann war es still. Ruhe nach dem Sturm.
Glitzernde Tropfen funkeln
auf meiner Haut
ich spüre das Meer auf meinen Lippen
Wasser zu Wasser - Salz zu Salz.
© Andrea
Lutz
Leseprobe aus: "Es hat lange gedauert"
ISBN 978-3-86268-361-1
Engelsdorfer-Verlag Leipzig
erschienen 2011 / Taschenbuch
Preis: 8,50 €