Große Liebe zur Sprache
PFORZHEIM. "Die Sprache, das ist meine Liebe, mein Element,
meine Passion." So umschreibt Inge Wrobel, dass das Spiel mit den
Worten für sie mehr ist als ein Hobby. Die gebürtige Göttingerin
verschrieb sich schon früh der Lyrik, verfasste bereits im
Kindesalter Gedichte und Kurzgeschichten. Doch etwas fehlte ihr -
nämlich der Austausch mit anderen, die ihre Leidenschaft teilen.
Und so gründete sie im November des vergangenen Jahres mit einigen
befreundeten Autoren das "autorenforum phoenix".

Türen tun sich auf
In regelmäßigen Zeitabständen kommen im Kulturhaus Osterfeld
Sprachbegeisterte wie Inge Wrobel zusammen, um abwechselnd Texte zu
lesen und diese dann zu besprechen. Und hierbei sei eines
unheimlich wichtig: "Konstruktive Textarbeit. Das ist das
Schlüsselwort", erklärt Wrobel. "Manche lesen beispielsweise
Auszüge aus Büchern vor, die sie bald veröffentlichen wollen. Und
dann fällt dem Einen hier was auf, der Andere findet dort einen
Widerspruch und so weiter. Wir helfen uns gegenseitig."
Ideen dank einer Berlin-Reise
Viele der Ideen, die das Autorenforum geprägt haben, brachte
Wrobel von einer Reise nach Berlin mit. Dort durfte sie im Herbst
2009 zwei ihrer Gedichte in der Schwarz'schen Villa lesen. Nur
wenig später nahm sie an einer Lesung teil, bei der auch
Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss ("Der Alte") mit von der
Partie war.
Beflügelt von diesen Eindrücken kam sie nach Pforzheim zurück
und schritt sogleich zur Tat. Dem "autorenforum phoenix" ging eine
andere Gruppe von Hobbyschreibern voraus, die sich jedoch
auflöste.
Was Wrobel im ersten Moment schockierte, stellte sich durch die
Gründung des Forums als neue Chance heraus. "Heute bin ich geneigt
zu sagen, dass sich mit dem Ende dieser Gruppe neue Türen aufgetan
haben." Sie lächelt. "Und wir haben damit etwas ganz Wunderbares
erschaffen, das mich unglaublich glücklich macht."
Das Forum steht jedem offen, der sich genau wie die
Mitglieder des "phoenix"-Kerns an den Facetten der Sprache erfreuen
kann.
Am Samstag, 11. September, wird im "Kupferhammer" das "Fest der
Sprache 2010" gefeiert. Inge Wrobel moderiert einige befreundete
Autoren, welche von 13 bis 23 Uhr ihre Texte zum Besten geben - die
meisten in Mundart.
"Sehnen nach Anerkennung"
"Ich persönlich bin keines Dialekts mächtig. Dabei lassen sich
mit ihnen Dinge ausdrücken, die das Schriftdeutsche überhaupt nicht
vermitteln kann. Das wird ganz fantastisch, und das Publikum wird
es hoffentlich genauso sehen", schwärmt sie und fügt dann
schmunzelnd hinzu: "Wir Möchtegern-Künstler sehnen uns eben doch
nach Anerkennung."
Mit freundlicher Genehmigung der Pforzheimer
Zeitung
Foto: Morlock
"Lebensspiegelungen"
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Veranstaltungsflyer
zur Lesung am 16.06.2012
Wasser zu Wasser
Manche Worte werden zu Tränen
Sie füllen den Ozean
Wasser zu Wasser - Salz zu Salz
Gegen das Tosen der Brandung
Habe ich meinen Schmerz hinaus gebrüllt.
Der Wind hat die Worte gepackt
In alle Richtungen verweht.
Dann war es still. Ruhe nach dem Sturm.
Glitzernde Tropfen funkeln
auf meiner Haut
ich spüre das Meer auf meinen Lippen
Wasser zu Wasser - Salz zu Salz.
© Andrea
Lutz
Leseprobe aus: "Es hat lange gedauert"
ISBN 978-3-86268-361-1
Engelsdorfer-Verlag Leipzig
erschienen 2011 / Taschenbuch
Preis: 8,50 €