Website des "autorenforum phoenix" in Pforzheim

Große Liebe zur Sprache

PFORZHEIM. "Die Sprache, das ist meine Liebe, mein Element, meine Passion." So umschreibt Inge Wrobel, dass das Spiel mit den Worten für sie mehr ist als ein Hobby. Die gebürtige Göttingerin verschrieb sich schon früh der Lyrik, verfasste bereits im Kindesalter Gedichte und Kurzgeschichten. Doch etwas fehlte ihr - nämlich der Austausch mit anderen, die ihre Leidenschaft teilen. Und so gründete sie im November des vergangenen Jahres mit einigen befreundeten Autoren das "autorenforum phoenix".

2010-09-03

Türen tun sich auf

In regelmäßigen Zeitabständen kommen im Kulturhaus Osterfeld Sprachbegeisterte wie Inge Wrobel zusammen, um abwechselnd Texte zu lesen und diese dann zu besprechen. Und hierbei sei eines unheimlich wichtig: "Konstruktive Textarbeit. Das ist das Schlüsselwort", erklärt Wrobel. "Manche lesen beispielsweise Auszüge aus Büchern vor, die sie bald veröffentlichen wollen. Und dann fällt dem Einen hier was auf, der Andere findet dort einen Widerspruch und so weiter. Wir helfen uns gegenseitig."

Ideen dank einer Berlin-Reise

Viele der Ideen, die das Autorenforum geprägt haben, brachte Wrobel von einer Reise nach Berlin mit. Dort durfte sie im Herbst 2009 zwei ihrer Gedichte in der Schwarz'schen Villa lesen. Nur wenig später nahm sie an einer Lesung teil, bei der auch Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss ("Der Alte") mit von der Partie war.

Beflügelt von diesen Eindrücken kam sie nach Pforzheim zurück und schritt sogleich zur Tat. Dem "autorenforum phoenix" ging eine andere Gruppe von Hobbyschreibern voraus, die sich jedoch auflöste.

Was Wrobel im ersten Moment schockierte, stellte sich durch die Gründung des Forums als neue Chance heraus. "Heute bin ich geneigt zu sagen, dass sich mit dem Ende dieser Gruppe neue Türen aufgetan haben." Sie lächelt. "Und wir haben damit etwas ganz Wunderbares erschaffen, das mich unglaublich glücklich macht."

Das Forum steht jedem offen, der sich genau wie die  Mitglieder des "phoenix"-Kerns an den Facetten der Sprache erfreuen kann.

Am Samstag, 11. September, wird im "Kupferhammer" das "Fest der Sprache 2010" gefeiert. Inge Wrobel moderiert einige befreundete Autoren, welche von 13 bis 23 Uhr ihre Texte zum Besten geben - die meisten in Mundart.

"Sehnen nach Anerkennung"

"Ich persönlich bin keines Dialekts mächtig. Dabei lassen sich mit ihnen Dinge ausdrücken, die das Schriftdeutsche überhaupt nicht vermitteln kann. Das wird ganz fantastisch, und das Publikum wird es hoffentlich genauso sehen", schwärmt sie und fügt dann schmunzelnd hinzu: "Wir Möchtegern-Künstler sehnen uns eben doch nach Anerkennung."

Mit freundlicher Genehmigung der Pforzheimer Zeitung
Foto: Morlock

"Lebensspiegelungen"

Download Veranstaltungsflyer
zur Lesung am 16.06.2012


Wasser zu Wasser

Manche Worte werden zu Tränen
Sie füllen den Ozean

Wasser zu Wasser - Salz zu Salz

Gegen das Tosen der Brandung
Habe ich meinen Schmerz hinaus gebrüllt.
Der Wind hat die Worte gepackt
In alle Richtungen verweht.
Dann war es still. Ruhe nach dem Sturm.

Glitzernde Tropfen funkeln
auf meiner Haut
ich spüre das Meer auf meinen Lippen

Wasser zu Wasser - Salz zu Salz.

 

© Andrea Lutz

Leseprobe aus: "Es hat lange gedauert"
ISBN 978-3-86268-361-1
Engelsdorfer-Verlag Leipzig
erschienen 2011 / Taschenbuch
Preis: 8,50 €