Gänsehaut inklusive - Krimi-Wettbewerb der PZ

Dass es auch in Pforzheim nicht nur viele leidenschaftliche
Krimileser, sondern auch jede Menge begabter Krimiautoren gibt,
bewies der Schreibwettbewerb "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins
Bett…", den die "Pforzheimer Zeitung" für ihre Leser initiierte. Am
vergangenen Dienstagabend fand im PZ-Forum die feierliche
Preisverleihung an die Autoren der besten Regional-Krimis
statt.
Sieben Frauen, darunter auch die Siegerin Jutta Meller, kamen
dabei unter die zehn Besten - dies entspricht im Übrigen auch der
weiblichen Überzahl bei den regelmäßigen Krimilesern. Wie die
Leiterin des Kulturressorts der PZ Sandra Pfäfflin im Rahmen ihrer
Festrede betonte, zeichneten sich die prämierten Geschichten durch
ein hohes Maß an Spannung, Ideenreichtum und Wortwitz aus - und
natürlich jeder Menge Verbrechen.
Leichen und Liebesgeschichte
"Wer einmal tötete, würde es wieder tun." Im PZ-Forum war es
totenstill, bis endlich kräftiger Applaus einsetzte. Mit diesem
vielversprechenden Satz beendete die Krimiautorin Stefanie Baumm
die Lesung aus ihrem zweiten Roman "Der Tod wartet nicht". Wie ihr
erstes Buch spielt er im hohen Norden und wieder müssen Kommissar
Stahl und sein Kollege eine Reihe ungewöhnlicher Morde aufklären.
Dabei führen sie ihre Ermittlungen in die gefährliche Welt der
russischen Mafia und des illegalen Organhandels; ein weiterer
Handlungsstrang erzählt eine bizarre Liebesgeschichte.
Sie sei selbst eine ausgesprochen ungeduldige Leserin und habe
deshalb einen hohen Anspruch an sich, erzählte die 1963 in
Pforzheim geborene Autorin im Gespräch mit dem Organisator des
PZ-Autorenforums Eckard Mickel. Ihre Stoffe finde sie stets beim
Zeitunglesen, so Baumm weiter. Die Anregung zum zitierten Buch
bekam sie durch die Meldung über 34 aus einem südosteuropäischen
Waisenhaus verschwundene Kinder. Ihre frühere Tätigkeit als
Journalistin komme ihr bei der Recherche brisanter Themen dabei
sehr zugute. Dennoch möchte sie auf keinen Fall mit dem erhobenen
Zeigefinger Gesellschaftskritik predigen, lachte Baumm, "Ich will
erzählen, und wenn das eine oder andere politische Thema einfließt,
bin ich glücklich." Bisher sei sie eine "Spon- tanschreiberin"
gewesen; sie habe lediglich den Schluss vor Augen gehabt und sich
beim Schreiben ganz treiben lassen. Ihren neuen Roman "Am Anfang
war der Tod", der im November erscheinen wird, habe sie erstmals
anhand eines Exposés geschrieben. Und auch die kurze Leseprobe aus
dem neuesten Krimi ließ den Zuhörern den Atem stocken…
Sabine Hägele
Mit
freundlicher Genehmigung der Pforzheimer Zeitung
Bild: Ketterl
"Lebensspiegelungen"
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Veranstaltungsflyer
zur Lesung am 16.06.2012
Wasser zu Wasser
Manche Worte werden zu Tränen
Sie füllen den Ozean
Wasser zu Wasser - Salz zu Salz
Gegen das Tosen der Brandung
Habe ich meinen Schmerz hinaus gebrüllt.
Der Wind hat die Worte gepackt
In alle Richtungen verweht.
Dann war es still. Ruhe nach dem Sturm.
Glitzernde Tropfen funkeln
auf meiner Haut
ich spüre das Meer auf meinen Lippen
Wasser zu Wasser - Salz zu Salz.
© Andrea
Lutz
Leseprobe aus: "Es hat lange gedauert"
ISBN 978-3-86268-361-1
Engelsdorfer-Verlag Leipzig
erschienen 2011 / Taschenbuch
Preis: 8,50 €